Europas Bürger verlieren ihre Zukunft

Europas Bürger verlieren ihre Zukunft

Europa verliert immer mehr an wirtschaftlicher Attraktivität, doch die Bürger verlieren noch mehr – ihre Zukunft! Auszug aus einem Newsletter der Prof. Dr. Max Otte Liebe Leser, erinnern Sie sich noch an das Jahr 2000? Damals versprachen uns die Großkopferten in Brüssel, die EU zur „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Region“ der Welt zu machen. Doch 17 Jahre später ist das genaue Gegenteil eingetreten. Der europäische Kontinent gerät wirtschaftlich mehr und mehr ins Hintertreffen. Die zentralistische Bürokratie, hohe Jugendarbeitslosigkeit in der Mittelmeerregion, die unverantwortliche Überschuldung öffentlicher Haushalte, die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und der fehlende Mut zu wirklichen Reformen lähmen Europa. Ich sehe schwarz, meine Damen und Herren. Denn während die USA europäische Unternehmen wie VW, Siemens oder die Deutsche Bank mit einem regelrechten Wirtschaftskrieg überziehen, betreibt die EU einen direkten sozialistischen Staatsinterventionismus.
Brüssel treibt den gesamten Kontinent in eine Planwirtschaft mit angeschlossenem Überwachungsstaat. Der Kampf gegen das Bargeld, die Schleusenöffnungspolitik der Notenbanken, Bankenrettungspakete und groß angelegte Marktmanipulationen wie der Ankauf von Unternehmensanleihen durch die EZB erinnern mich an totalitäre Maßnahmen. Dennoch wird die EU in absehbarer Zeit nicht scheitern. Denn die Politiker in Brüssel sind viel zu entschlossen, marode Banken und in die Krise rutschende Mitgliedsländer durch noch mehr Staatsinterventionismus um jeden Preis zu „retten“.
Ihr Wille ist ungebrochen. Deshalb wird es auch keinen großen Crash geben. Vielmehr werden die von der EU zwangsadministrierten Märkte jegliches Wachstum abwürgen. Als „Eiszeit“ beschreibt diese Situation der stets lesens- und hörenswerte Ökonom Dr. Daniel Stelter. Ein treffendes Bild. Zu ganz ähnlichen Schlüssen kommen die Herausgeber des Buches „SOS Europa“.
Stephan Werhahn, Gottfried Heller und der Ökonom Ulrich Horstmann, der seine Analysen regelmäßig auch in meinem Börsenbrief Der Privatinvestor publiziert, sehen Europa am Scheideweg: Die Politik ist unfähig, dringend notwendige Reformen anzupacken. Stattdessen investiert sie wertvolle Ressourcen in ihren bloßen Machterhalt und in teure Wahlgeschenke. Doch wie kann Europa gegenüber der globalen Konkurrenz künftig bestehen? Wie können die inneren und äußeren Spannungen, die Europa bedrohen, abgebaut werden? Wie entfesselt man Europa, um die digitale Revolution zu bestehen?
Und was können die Bürger dafür tun? In ihren Beiträgen zeigen auch die Autoren Gerd Maas, Günter Ederer, Werner Faix, Stefan Remhof und Gerald Mann Wege aus der Krise hin zu einem neuen Europa, das den Herausforderungen unserer Zeit gewachsen ist. Strategisch fordern sie „Dezentralisierung statt Zentralisierung“ und „Föderalismus statt Zentralismus“.
Letztlich müsse es zu „einem Staatenbund statt eines Bundesstaates“ kommen. Auch ich sehe den wachsenden Zentralismus als größtes Hindernis für Wohlstand und Wachstum. In meinem Börsenbrief Der Privatinvestor komme ich des Öfteren auf dieses Thema zu sprechen. Unsere Stärke in Europa liegt in der Vielfalt von Traditionen, Erfahrungen und Talenten.
Wir Europäer sollten deshalb nicht versuchen, die Schwächen der einzelnen Mitgliedsstaaten auszumerzen, sondern deren Stärken zu bündeln und zu nutzen. Gelingt uns dies nicht, wird dies auch handfeste finanzielle Folgen haben. Leidtragende einer verfehlten Brüsseler Politik werden am Ende die Besitzer von Geldvermögen sein. Und von diesen gibt es in Deutschland sehr viele.
Immer mehr Teile im System können nur noch mit Gewalt bewegt werden. Es droht nicht der eine große Crash, sondern eine Vielzahl kleiner, kontrollierter Explosionen, wie aktuell im italienischen Bankensektor. Die Situation hat sich nicht groß geändert: Es gibt zu viele Geldforderungen auf der Welt, zu viele Schulden, zu viel Liquidität – und die muss zurückgeführt werden. Die Besitzer von Geldvermögen sind noch immer die Gekniffenen. Und das sind auch die Deutschen: die haben noch immer über 80 Prozent ihres Vermögens in reinen Geldforderungen wie Bankkonten, Sparprodukten oder Lebensversicherungen. Vor diesem Hintergrund gilt es, dass Sie sich, liebe Leser, aus Geldwerten wie Anleihen, Festgeld oder Lebensversicherungen zurückziehen. Quelle: Max Otte

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